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Cage, JohnAmerikanischer Komponist
Bereits in seinen frühen Werken verwarf er die harmonische Struktur als Ordnungsprinzip; stattdessen strukturierte er seine Kompositionen durch Dauern von Klängen und Stille. Das Ergebnis waren Rhythmuskompositionen wie „First Construction in Metal“, aber auch seine Werke für präpariertes Klavier, in denen das Klavier zum Schlagzeugapparat mutiert. Solche Stücke zeugen auch von Cages Auseinandersetzung mit der Randzone zwischen Ton und Geräusch. Cage ließ herkömmliche Konzepte wie Melodie, Harmonie und traditionelle Notation bewusst hinter sich und wandte sich einer vorrangig prozessorientierten Arbeitsweise zu. Ein Werk manifestiert sich dabei nicht als festgelegte Endgestalt, sondern als Ausgangssituation, deren Endresultat bei jeder Ausführung anders klingen kann. Dargestellt werden dabei mehr oder weniger streng festgelegte Zeitabläufe mit mehr oder weniger klaren Anweisungen bzgl. Instrumentation und musikalischen Aktionen. Cage erkundet auch die die Möglichkeiten von Zufallsoperation (Aleatorik), besonders beeinflusst vom chinesischen I-Ging-Orakel, dem „Buch der Wandlungen“. Eines der frühesten und progressivsten dieser Stücke ist „Imaginary Landscape No. 4“ für 12 Radioapparate, bei dem die Parameter (Frequenzen, Dauern und Dynamik) durch Zufallsoperationen des I-Ging gewonnen werden. Bei „Variations II“ legt der Ausführende Folien mit Linien und Punkten übereinander und erhält die musikalischen Parameter (Tonhöhe, Dynamik, Dauer, Klangfarbe, Einsatz-Zeitpunkt) für jedes Klangereignis, indem er von jedem Punkt das Lot auf jede Linie fällt und die Distanz misst. Das klangliche Resultat solcher Kompositionen ist natürlich nicht vorhersehbar. Wichtige Anregungen erhielt Cage durch die Auseinandersetzung mit fernöstlichen Philosophien, besonders dem Zen-Buddhismus, und dem Austausch mit Künstlerkollegen, wie dem Tänzer Merce Cunningham, dem Pianisten David Tudor und dem Maler Robert Rauschenberg. Wichtige Werke (Auswahl):
Literatur: Cage, John: Silence. Middletown 1954. John Cage in der Schule (Auswahl): Lindner, Ursel: John Cage (1912-1992) – Sonatas and Interludes for Prepared Piano. In: Lindner, Ursel / Schmid, Wieland (Hrsg.): Musik im Kontext. Rum/Innsbruck, 2003. S. 152-155 Orgass, Stefan: Die anarchic harmony in John Cages Zahlen-Stücke Five (1988). Didaktische Chancen des Vergleichs dreier Klangrealisationen. In: Bäßler, Hans / Nimczik, Ortwin / Schatt, Peter W. (Hrsg.): Neue Musik vermitteln. Analysen, Interpretationshilfen, Unterricht. Mainz 2004. S. 83-97 Nimczik, Ortwin: Kalkulierter Zufall – individuelle Konstruktion. Vergleich zweier Melodiekompositionen von John Cage und Karlheinz Stockhausen. In: Musik & Bildung 4/2004. S. 32-37 Internet: www.johncage.info
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