Minimal Music
Musikrichtung, die in von 1964-1976 vorrangig von einigen amerikanischen Komponisten geschrieben wurde, die aber auch für folgende Komponistengenerationen in Amerika und Europa einflussreich war. Als erste Minimal-Komposition gilt La Monte Youngs „Composition 1960 No. 7“, der Durchbruch für die neue Stilrichtung kam jedoch erst vier Jahre später mit Terry Rileys „In C“. Als Schöpfer dieser Strömung werden neben Young und Riley meist Steve Reich und Philip Glass genannt.
Minimal Music wird meist aus rhythmischen oder melodischen Motivzellen („pattern“) aufgebaut, die nicht unmittelbar nach Entwicklung streben, sondern über einen längeren Zeitraum unverändert repetiert werden, bis sich schließlich an ihnen der graduelle Prozess der schrittweisen Veränderung bzw. Variation vollzieht. Solche graduellen Veränderungen entstehen durch additive Prozesse („Impulsfolgenaufbau“) und die aus der elektronischen Musik entlehnte Phasenverschiebung.
Trotz der Gemeinsamkeiten lässt die Musik der vier „Gründungsväter“ sehr unterschiedliche Herangehensweisen erkennen: Reich arbeitet mit kleinsten musikalischen Keimzellen und leitet diese durch beständige Weiterentwicklung zu immer neuen Transformationen. Riley dagegen erzeugt durch seinen geradezu verschwenderischen Umgang mit musikalischem Material einen pulsierenden und langsam changierenden Klang. Young versucht, durch lang gehaltene Töne oder mechanische Repetitionen die Zeit „einzufrieren“ und den Klang zu emanzipieren.
Wichtige Einflüsse für die Minimal Music waren neben außereuropäischen Musikkulturen sowie Jazz und Rock auch die minimalistischen Strömungen in anderen Kunstrichtungen wie Minimal Art und die Fluxus-Bewegung im New York der frühen sechziger Jahre.
Dieser Eintrag ist ein Exzerpt des Artikels Minimal Music von Patrick Ehrich
Letztes Update 04.10.2006 | CopyrightŠ Johannes Voit 2006 |

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