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Pärt, Arvo(estnischer Komponist)Der Komponist Arvo Pärt ist, was Publikumsresonanz, Aufführungsfrequenz und nicht zuletzt Tonträgerverkauf angeht, einer der erfolgreichsten Komponisten des ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts. Er wird am 11.9.1935 in Paide, nahe der estnischen Hauptstadt Tallin geboren. 1957-1963 studiert er am Talliner Konservatorium bei Heino Eller (1887-1970) Komposition. Pärts erste Schaffensphase wird gemeinhin von etwa 1957/58 bis 1969 angesetzt. Sie ist geprägt von einer intensiven Auseinandersetzung mit serieller Musik und Collage-Techniken. Die Verwendung dieser Kompositionstechniken führt zu immer wiederkehrenden Konflikten mit der sowjetischen Regierung. Zu einem Eklat kommt es schließlich 1968 nach der Uraufführung von Pärts „Credo“. Entmutigt von der offiziellen Reaktion und unzufrieden mit der eigenen Entwicklung als Komponist fällt Pärt in eine mehr als sieben Jahre dauernde Schaffenskrise (nur unterbrochen von seiner 3. Sinfonie, 1971). 1976 erscheinen sechs neue Werke, fünf davon basierend auf der von Pärt neu entwickelten Tintinnabuli-Technik. Aufgrund der immensen Popularität, die diesen Werken schnell zuteil wurde und der offensichtlichen tiefen spirituellen Durchdringung seines Schaffens war Pärts Auswanderung nach Deutschland 1980 letztendlich unausweichlich. Viele seiner bis heute populärsten Werke stammen aus der Zeit zwischen 1976 und 1980. Pärts ungewöhnlicher kommerzieller Erfolg ist auch darauf zurück zu führen, dass das Münchner Jazz-Label ECM-Records viele Ersteinspielungen des Exil-Esten veröffentlichte und damit seine Musik einem neuen Hörerkreis nahebrachte. Typisch für Pärts Schaffen seit 1976 ist die häufige Verwendung geistlicher Texte als Grundlage, eine Vorliebe für das Streichorchester, Chor und Schlagwerk, eine eher konservative Auffassung von Tonalität, die häufige Verwendung von klaren rhythmischen Strukturen und der bewusste Einsatz von Stille als Kompositionsgegenstand. Arvo Pärt lebt und arbeitet in Berlin. Wichtige Werke (Auswahl):
Literatur: Hillier, Paul: Arvo Pärt. Oxford 1997. (PaEh)
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