Webern, Anton
Österreichischer Komponist
Anton Webern wurde am 3.12.1883 in Wien geboren. Er gehörte als Freund und Schüler (1904-08) Arnold Schönbergs dem Kreis der Zweiten Wiener Schule an. Nach seinem Kompositions- und Musikwissenschaftsstudium arbeitete Webern als Kapellmeister und ab 1927 als ständiger Dirigent beim österreichischen Rundfunk. 1924 und 1932 erhielt er den Musikpreis der Stadt Wien.
Nach den frühen Werken, die noch in einer spätromantischen Tradition stehen, und einer atonalen Phase wendet sich Webern in den 20er Jahren der von seinem Lehrer Schönberg "gefundenen" Zwölftontechnik zu.
Nach dem "Anschluss" Österreichs durch die Nationalsozialisten wurde es für den als "Kulturbolschewist" diffamierten Webern zunehmend schwer, im öffentlichen Musikleben Fuß zu fassen, sodass er sich ab 1939 gezwungen sah, Klavierauszüge für die Universal Edition herzustellen. Am 15.9.1945 wurde Webern vor dem Haus seines Schwiegersohns in Mittersill bei Salzburg von einem amerikanischen Soldaten versehentlich erschossen.
Trotz seines verhältnismäßig kleinen Œuvres übte Weberns Musik bedeutenden Einfluss auf die Avantgarde nach dem Zweiten Weltkrieg aus. Komponisten wie Karlheinz Stockhausen und Pierre Boulez nahmen Weberns Konstruktionsprinzipien zum Vorbild und entwickelten sie in der seriellen Musik weiter.
Werkauswahl
- Op. 1: Passacaglia für Orchester (1908)
- Op. 2: Entflieht auf Leichten Kähnen (1908) für gemischten Chor
- Op. 3: Fünf Lieder aus Der Siebente Ring (1908-1909) für Geige und Klavier
- Op. 4: Fünf Lieder zu Gedichten von Stefan George (1908-1909)
- Op. 5: Fünf Sätze für Streichquartett (1909)
- Op. 6: Sechs Stücke für großes Orchester (1909)
- Op. 7: Vier Stücke für Geige und Klavier (1910)
- Op. 8: Zwei Lieder nach Gedichten von Rainer Maria Rilke (1910)
- Op. 9: Sechs Bagatellen für Streichquartett (1911)
- Op. 10: Fünf Stücke für Orchester (1911)
- Op. 11: Drei kleine Stücke für Violoncello und Klavier (1914)
- Op. 12: Vier Lieder für Gesang und Klavier (1915-17)
- Op. 13: Vier Lieder für Gesang und Orchester (1914-18)
- Op. 14: Sechs Lieder nach Gedichten von Georg Trakl (1917-21) für Gesang und Kammerensemble
- Op. 15: Fünf geistliche Lieder (1917-22) für Gesang und Kammerensemble
- Op. 16: Fünf Canons nach lateinischen Texten (1924) für Gesang und Kammerensemble
- Op. 17: Drei Volkstexte (1924) für Gesang und Kammerensemble
- Op. 18: Drei Lieder (1925) für Gesang und Kammerensemble
- Op. 19: Zwei Lieder (1926) für gemischten Chor und Kammerensemble
- Op. 20: Streichertrio (1926-1927) in zwei Sätzen
- Op. 21: Symphonie (1927-1928) in zwei Sätzen
- Op. 22, Quartett (1928-1930) für Geige, Klarinette, Tenorsaxophon, Klavier
- Op. 23: Drei Lieder aus „viae inviae“ (1934) für Gesang und Klavier
- Op. 24: Konzert (1931-1934) für Kammerensemble in drei Sätzen
- Op. 25: Drei Lieder nach Gedichten von Hildegard Jone (1934) für Gesang und Klavier
- Op. 26: Das Augenlicht („Durch unsre offnen Augen“) (1935), für gemischten Chor und Orchester
- Op. 27: Variationen für Klavier (1935-1936) in drei Sätzen
- Op. 28: Streichquartett (1936-1938) in drei Sätzen
- Op. 29: Erste Kantate (1938-1940) für Sopran Solo, gemischten Chor und Orchester
- Op. 30: Variationen für Orchester (1940)
- Op. 31: Zweite Kantate (1943) für Sopran Solo, Bass Solo, gemischten Chor und Orchester
Weitere Informationen zu Leben und Werk auf http://www.antonwebern.com
JoVo
Letztes Update 29.01.2007 | CopyrightŠ Johannes Voit 2006 |

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